Umfangreiche Verbesserungsmaßnahmen, welche die Mitwirkung mehrerer Personen erfordern, sollten mit Hilfe einer geeigneten Systematik als Projekt definiert und entsprechend gelenkt werden. Dies schließt Folgendes ein: Projektplanung, Ursachenermittlung, Einleiten von Maßnahmen, Überwachen der Maßnahmen, Aufrechterhalten des Erfolgs. Die Anwendung von geeigneten Werkzeugen bzw. Methoden unterstützt eine gezielte und systematische Durchführung von Verbesserungsprojekten und ermöglicht eine nachvollziehbare und auf Zahlen, Daten und Fakten beruhende Entscheidungsfindung. Dies setzt voraus, dass die eingesetzten Methoden für den entsprechenden Anwendungsfall geeignet sind und korrekt angewendet werden.
 
Numerische und nicht-numerische Daten
Falls möglich, sollten Entscheidungen zur Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen auf numerischen Daten (Informationen) beruhen. Numerische Daten sind Daten in Zahlenform (1, 2, 3 ...), z.B. Umsatzzahlen, Fehlerquoten, Bearbeitungszeiten.
 
Falls Daten nur in nicht-numerischer Form vorliegen, kann die Anwendung entsprechender Methoden die Sammlung, Aufbereitung und Auswertung der vorliegenden Daten erleichtern und eine Entscheidungsfindung unterstützen. Bei nicht-numerischen Daten handelt es sich um Informationen, die nicht zahlenmäßig definiert sind. Nicht-numerische Daten sind z.B. Ideen, Meinungen, Kundenaussagen oder Fehlerarten.
 
Methodenkompetenz
Die nachfolgend dargestellten Methoden bzw. Werkzeuge zur Qualitätsverbesserung sind einfach anzuwenden und die aus der Anwendung resultierenden Ergebnisse sind allgemein leicht verständlich. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass auch solch einfache Methoden in der Praxis oft falsch bzw. uneffektiv eingesetzt werden. Wie bei jedem Werkzeug hängt der Nutzen der Anwendung davon ab, wie sicher der Anwender damit umgehen kann. Unsicherheiten bei der Anwendung können dazu führen, dass der Einsatz eines falschen Werkzeugs oder der falsche Einsatz eines Werkzeugs den Ablauf eines Verbesserungsprojekts behindert.
 
Für Mitarbeiter in Verbesserungsprojekten ist es daher wichtig, mehrere Methoden zu kennen, um für einen konkreten Anwendungsfall aus einem Pool von möglichen Methoden die jeweils geeignete(n) bestimmen und diese effektiv einsetzen zu können.
 
Nur wer über eine ausreichend umfangreiche Methodenkompetenz verfügt,
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kann die richtige Auswahl einer Methode für einen bestimmten Anwendungsfall treffen;
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wird einen deutlichen Nutzen aus der Anwendung der Werkzeuge zur Qualitätsverbesserung ziehen.
 
Über die Anwendung von Werkzeugen zur Qualitätsverbesserung sollte sich Gedanken machen, wer sich bei Besprechungen und Workshops darüber ärgert, dass
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auch lange Diskussionen zu keinem Ergebnis führen;
- immer im Kreis herum diskutiert wird;
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Missverständnisse die Diskussion behindern;
- Entscheidungen nicht auf Basis von Fakten, sondern oft nur aus der Stimmung heraus getroffen werden.
   
Werkzeuge für nicht-numerische Daten
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Brainstorming
- Verwandtschaftsdiagramm
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Baumdiagramm
- Ishikawadiagramm
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Paarweiser Vergleich
- Portfolio
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Matrixdiagramm
- Benchmarking
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Flussdiagramm
   
Werkzeuge für numerische Daten
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Radardiagramm
- Fehlersammelkarte
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Kreis-/Kuchendiagramm
- Pareto-Diagramm
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Korrelationsdiagramm
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Verlaufsdiagramm
- Histogramm
   
Erläuterungen und Beispiele zur Anwendung dieser Methoden sind enthalten in:
Praxisleitfaden Qualitätsverbesserung – Strategien & Werkzeuge
Intensivseminar Qualitätsverbesserung